5 BIM-Modell Trends in 2018

Boon Edam Blog | Juli 2018

  
  

BIM, Building Information Modeling, erfreut sich zunehmender Beliebtheit in der Bau- und Architekturbranche. BIM-Objekte gelten als überlegene Alternative für die bislang gängige 3D-CAD-Modellierung. Durch das Arbeiten mit BIM-Objekten können Partner eines Bauprojektteams an einem einzigen Ort zusammenarbeiten. Alle Personen greifen auf die gleichen Fakten, Daten und Visualisierungen zurück, die den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes abbilden. Beginnend mit der Konzeption bis hin zur Wartung eines Gebäudes bilden BIM-Objekte das Grundgerüst für alle Projektbeteiligten.

Alle Technologien unterliegen ständigen Veränderungen und Verbesserungen. Aus diesem Grund sollen die aktuellen Entwicklungen hinsichtlich BIM-Modelle genauer betrachtet werden. Richten wir den Blickwinkel auf die Aspekte der BIM-Objekte, die für unsere Bauprojekte von hoher Relevanz sind.

1. 4D, 5D und 6D

Die Prognosen zeigen, dass Unternehmen aus dem Bau- und Architektursektor 2018 nicht mehr nur 3D-BIM-Objekte sondern 4D-, 5D- und in einigen Fällen sogar 6D-Modelle entwickeln und nutzen. Jede weitere Dimension kann mehr Informationen des Gebäudes aufnehmen. Vereinfacht lassen sich die Dimensionen folgendermaßen unterscheiden.

  • 3D: Informationen zur Bodenbeschaffenheit, Sicherheit und Logistik usw.
  • 4D: Der Faktor Zeit als zusätzliche Dimension, Unterstützung bei der Projektplanung
  • 5D: Kosten als weitere Größe (Materialien etc.)
  • 6D: Erweiterung des Modells um weitere Elemente wie Projektlebenszyklus, Energieverbrauch und Energieerzeugung usw.

Weiterführende Informationen zum Betrieb und zur Wartung eines Gebäudes gehören in ein 7D-Level. Hierbei steht das Facility Management im Fokus.

2. 3D-Druck

Noch vor einigen Jahren galt der 3D-Druck eher als Spielerei als ein ernstzunehmendes Tool für die Bauindustrie. Dieses Tool entwickelte sich zu einem relevanten Werkzeug, dass digitale Konzepte als physische und haptisch greifbare Modelle abbildet. BIM-Objekte sind ursprünglich virtuelle Darstellungen, die durch die Verknüpfung mit einem 3D-Drucker greifbar und real werden.

Der Vorteil eines 3D-Abbilds ist, dass relevante Stakeholder, Entscheidungsträger in Bauprojekten und Interessensgruppen eine reale Darstellung eines digitalen BIM-Objektes erhalten. Der 3D-Druck verursacht wenig Abfall bei der Herstellung, spart Zeit, Kosten und Transport von Baumaterialien. In gedruckten 3D-Modellen lassen sich schnell und unkompliziert unerwartete bauliche Veränderungen oder Bedingungen darstellen. Objekte können bereits in einer Vielzahl von Materialien wie Polymeren, Stahl, Beton, Kohlenstoff und dergleichen gedruckt werden. Obwohl das 3D-Drucken nicht für die Massenproduktion geeignet ist, führen weitere Verbesserungen dieser Druckertechnologie dazu, noch effizienter zu produzieren.

3. Vorschriften und Akkreditierungen

Entscheidungsträger und Verantwortliche von Bauprojekten auf Regierungsebene erkennen weltweit das Potenzial von BIM-Modellen für große öffentliche Bauvorhaben. 2D-Modelle werden von diesen Personengruppen als veraltet und unattraktiv betrachtet. Diese Bewertung führt dazu, dass neue Varianten und Weiterentwicklungen der Modellierung gefordert werden. Insbesondere in der AEC-Industrie überholt die BIM-Technologie und -Darstellung die 3D-CAD-Modellierung.

In den USA fordert das U.S. Department of Veteran Affairs vertraglich gebundene AEC-Unternehmen auf, BIM „so effektiv und effizient wie möglich“ zu nutzen. Die General Services Administration hat zudem eine Richtlinie erlassen, BIM-Modelle bei der Einreichung und Bearbeitung von RFPs zu verwenden.

Auf europäischer Ebene greift bereits das Vereinigte Königreich auf einen einheitlichen BIM-Standard für alle Bauprojekte zurück, die mit öffentlichen Mitteln verbunden sind. Das British Standard Institute hat den BSI Kite Mark™ entwickelt, der eine Zulassung für BIM-Modelle, z.B. BS8541 (Teil 1, 3 und 4), bietet. Diese Zulassung wird technisch von IPE unterstützt. Solche Entwicklungen zeigen, das BIM-Modelle in der Building Information Modeling-Welt zur Norm werden.

4. Going green

Die Auswirkungen des physischen Bauens auf die Umwelt und auf die Nachhaltigkeit sind uns klar. Jetzt wird ersichtlich, dass dieser Trend auch in der digitalen Welt der Software umgesetzt wird. So setzt auch die BIM-Technologie an dieser Entwicklung an, da intelligente BIM-Modelle Informationen wie thermische Daten, Oberflächen, CO2-Emissionen darstellen.

Die „grüne“ BIM-Technologie wird ebenfalls von Unternehmen zur Ausbildung im Bausektor eingesetzt. BIM-Objekte stellen eine Vielzahl an Informationen bereit, die wiederum für den grünen Lebenszyklus eines Gebäudes wichtig sind.

5. Direkte Produktbestellung

Bereits jetzt arbeiten Hersteller, Zulieferer und BIM-Softwareentwickler verstärkt zusammen. Hersteller wie die Hilti Corporation haben eine nahtlose Integration ihrer Produkte in die Software wie Autodesk AutoCAD, Revit und Inventor vorgenommen. Große und innovative Hersteller betrachten und nutzen BIM als Verkaufsplattform, auf der sie vor dem Beginn eines Bauprojekts wichtige Entscheidungen treffen.

Viele Produkte eines Bauprojekts sind bereits als BIM-Objekte verfügbar. und beinhalten aktuelle COBie-Daten wie Artikelnummern und Abmessungen. Diese verfügbaren Informationen ermöglichen es, dass Produkte nun direkt aus dem BIM-Modell bestellt werden können. Damit kann dieses Tool Abläufe im Projektmanagement effizienter gestalten und Doppelarbeit vermeiden.

Boon Edam, Premium-Hersteller von Karusselltüren und Sicherheitsschleusen, stellt seine Produkte als BIM-Objekte frei zum Download hier zur Verfügung. Zusätzlich bieten wir auch den Service an, BIM-Modifikationen, IFC-Konfigurationen oder BIM-Protokolle zu erstellen. Kontaktieren Sie uns gern für weitere Informationen.

Geschrieben von Amine Bouchareb

Amine Bouchareb ist seit 6 Jahren bei Royal Boon Edam International in den Niederlanden und derzeit als International Produktingenieur tätig. Nach seinem Bachelor of Engineering, Design und Innovation (ED & I) an der Amsterdam University of Applied Sciences wechselte Amine zu Boon Edam, wo er Leiter des gesamten Engineering / Design der Kernprodukte von Boon Edam ist. Amine ist Verantwortlicher des BIM-Projekts und konnte bereits den Großteil der Boon Edam-Produktpalette in parametrische BIM-Modelle implementieren. Er spendet einen Großteil seiner Freizeit für seine Wohltätigkeitsorganisation, die Bachi Amaa Foundation, in der er behinderte und leprakranke Kinder in Nepal unterstützt und ausbildet.

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